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Adlerweg Wanderführer (Lechtaler Alpen)

Der Adlerweg in den Lechtaler Alpen (Tirol)

Beim Adlerweg handelt es sich um den wohl populärsten Weitwanderweg Österreichs. Er durchquert das Bundesland Tirol in 33 Etappen von Ost nach West. Offizieller Start- und Endpunkt ist St. Johann in Tirol und St. Christoph am Arlberg (Etappen 1 – 24). Die weiteren 9 Etappen werden in Osttirol fortgesetzt. 

In Nordtirol führt der Adlerweg durch den Wilden Kaiser, die Brandenberger Alpen, das Karwendel, die Tuxer Alpen, das Wettersteingebirge und endet eben in den Lechtaler Alpen.

In Osttirol durchquert der Adlerweg die Hohen Tauern, beginnt in der Venedigergruppe und endet in der Großglocknergruppe. Falls du an dieser Route interessiert bist: Der Aderweg in Osttirol überschneidet sich auch ein wenig mit dem Venediger Höhenweg.

Die gesamte Strecke des Adlerwegs (33 Tage) in einem zu wandern ist eine Möglichkeit. Neben einigen Urlaubstagen erfordert dies aber auch ein hohes Maß an Ausdauer und einigen Planungsaufwand. 

Aus diesem Grund haben wir uns auf einen bestimmten Abschnitt des Adlerwegs konzentriert: Die Etappen 19-24 durch die Lechtaler Alpen (6 Tage).


Warum die Lechtaler Alpen (Etappe 19-24)?

Sabrina und ich lieben Kalksteingebirge. Außerdem hatten wir Lust auf fordernde, einsame Wanderwege. Hier bist du fast ausschließlich auf schwarz markierten Wanderwegen unterwegs. Es ist der schwierigste Abschnitt des gesamten Adlerwegs. 

Nun, es war tatsächlich sehr schwierig – schwieriger als wir es eigentlich erwartet hatten! Es war aber auch die fesselndste und faszinierendste Route, die wir je in den österreichischen Alpen gewandert sind. Die Aussichten sind kaum zu übertreffen. Während du die Lechtaler Alpen durchquerst, erhältst du atemberaubende Weitblicke in das gegenüberliegende kristalline Verwallgebirge, das einen tollen Kontrast zum Kalkstein der Lechtaler Alpen bildet.

Der Alderweg in den Lechtaler Alpen belohnt deine Anstrengungen mit täglichen Wildtiersichtungen (Steinböcke, Gämsen, Murmeltiere, Steinadler). Falls du im Juli wanderst, kannst du auch zahlreiche alpine Wildblumen bestaunen.

Das Tüpfelchen auf dem i waren für uns die einsamen Wanderwege. An einem beliebigen Tag haben wir nicht mehr als 10 weitere Wanderkolleg*innen angetroffen. Diese sind außerdem zumeist in die entgegengesetzte Richtung gewandert. 


Wann kannst du den Adlerweg wandern?

Die beste Wanderzeit für den Adlerweg (Lechtaler Alpen) ist im Juli, August oder September.

Während unserer Wanderung im Juli hatten wir ziemliches Glück mit dem Wetter. Bei schlechtem Wetter ist es unserer Meinung nach zu gefährlich, diesen Abschnitt des Adlerwegs zu begehen. Schau, dass du für jeden Tag einen Plan B bereit hast. Verschieb die Wanderung, falls das Wetter nicht gut aussieht. 


Wichtig! Aufgrund der anhaltenden Pandemie müssen sich Hüttenbesucher*innen an neue Sicherheitsregeln und -vorschriften halten. Erkundige dich bitte vorab bei den jeweiligen Hüttenwirt*innen zu den aktuellen Maßnahmen. 

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Eagle Walk Lechtal Alps Hiking Guide

Adlerweg (Lechtaler Alpen) Wanderführer Übersicht

  • Schwierigkeit: Für wen ist diese Wanderung geeignet?
  • Wanderausrüstung
  • Wanderroute: 6 Etappen + Alternativrouten
  • Wanderkarte
  • Anreisetag in Elmen, Lechtal: Anreise, Übernachtung
  • Anreise zum Ausgangspunkt 
  • Etappen 19 -24: Etappenübersicht, Übernachtung & Verpflegung in den jeweiligen Hütten
  • Ende des Adlerwegs
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Unsere Wanderung entlang des Adlerwegs wurde teilweise von der Tirol Werbung kompensiert. Dieser Beitrag verlinkt zu Produkten oder Dienstleistungen, die wir schätzen und von denen wir möglicherweise eine kleine Provision erhalten, ohne dass dir dabei zusätzliche Kosten entstehen. Vielen Dank, dass du unseren Blog unterstützt! – Sabrina und Kati

Eagle Walk Long-Distance Trail, Tirol, Austria

Adlerweg (Lechtaler Alpen) Schwierigkeit

Für wen ist der Adlerweg (Lechtaler Alpen) geeignet?

Der Abschnitt des Adlerwegs durch die Lechtaler Alpen ist nur für Wander*innen mit umfangreicher alpiner Erfahrung geeignet. Du solltest über eine gute Grundkondition verfügen und absolut trittsicher und schwindelfrei sein.

Es muss dir möglich sein, extrem schmale, ausgewaschene Pfade zu meistern und enge Grate zu überwinden. Dies ist keine Hüttenwanderung für Einsteiger*innen. Entlang dieser Route in den Lechtaler Alpen wirst du einige „Oh du meine Güte“-Momente haben. Darauf solltest du körperlich und mental vorbereitet sein.

Unterer Seewisee, Lechtal Alps, Austria

Adlerweg Wanderausrüstung

Die wichtigste Ausrüstung

In unserer Packliste für Hüttentouren findest du eine vollständige Auflistung der Utensilien, die du auf deiner Mehrtageswanderung unbedingt mitbringen solltest. 


Fotoausrüstung


Bring ausreichend Bargeld mit

  • Keine der Berghütten entlang des Adlerwegs in den Lechtaler Alpen akzeptiert Kartenzahlung (Stand: Sommer 2020).
  • Budget: 60 – 80 EUR pro Tag / Person.
  • Du bezahlst deutlich weniger für Übernachtungen, wenn du Alpenvereinsmitglied bist.
 
Leutkircher Hütte, Lechtal Alps, Austria Eagle Walk

Adlerweg (Lechtaler Alpen) Wanderroute

Alderweg Lechtaler Alpen: 6 Tage

  • Tag 1 (Etappe 19): Boden – Hanauer Hütte (2 Stunden, 5,3 km)
  • Tag 2 (Etappe 20): Hanauer Hütte – Steinseehütte – Württemberger Haus (7 Stunden, 11 km)
  • Alternative Tag 2: Hanauer Hütte – Gufelsee – Bittrichsee – Württemberger Haus (6 Stunden, 9,7 km)
  • Tag 3 (Etappe 21): Württemberger Haus – Memminger Hütte (5 Stunden, 7 km)
  • Tag 4 (Etappe 22): Memminger Hütte – Ansbacher Hütte (6 Stunden, 10 km)
  • Tag 5 (Etappe 23): Ansbacher Hütte – Kaiserjochhaus – Leutkircher Hütte (7 Stunden, 12,7 km)
  • Tag 6 (Etappe 24): Leutkircher Hütte – St. Christoph am Arlberg (5 Stunden, 12,3 km)
  • Alternative Tag 6: Leutkircher Hütte – St. Anton am Arlberg (2:30 Stunden, 7,2 km)
  • Alternative Tag 6 + 7: Leutkircher Hütte – Stuttgarter Hütte – Lech am Arlberg (2 Tage)

Adlerweg (Lechtaler Alpen): Alternative Routen

Tag 1 (Etappe 19) beginnt auf der Anhalter Hütte, unsere Wanderung beginnt jedoch auf halber Strecke der Etappe 19 in Boden. 

Tag 2 (Etappe 20). Es gibt mehrere Möglichkeiten, von der Hanauer Hütte zum Württemberger Haus zu wandern. Wir haben uns aufgrund der schlechten Wettervorhersage entschieden, den kürzeren Weg über das Gufelseejoch und die Bitterscharte zu wandern (anstelle der Route über die Steinseehütte). Es handelt sich um eine wunderschöne Alternativroute, die deutlich einfacher ist als die Steinsee Variante. 

Tag 6 (Etappe 24) des Adlerwegs ist ein wenig enttäuschend. Wenn wir es noch einmal machen könnten, würden wir entweder direkt von der Leutkircher Hütte nach St. Anton am Arlberg absteigen. Eine andere Möglichkeit wäre, einen zusätzlichen Tag einzulegen, auf der Stuttgarter Hütte zu übernachten und am siebten Tag über die Rüfikopfbahn nach Lech am Arlberg (in Vorarlberg) abzusteigen. 

 
Eagle Walk, Lechtal Alps, Austria

Adlerweg (Lechtaler Alpen) Wanderkarte

Alderweg (Lechtaler Alpen) Etappenübersicht
  • Übernachtung vor/nach dem Adlerweg
  • Adlerweg Etappe 19
  • Adlerweg Etappe 20 - Alternative
  • Adlerweg Etappe 20
  • Adlerweg Etappe 21
  • Adlerweg Etappe 22
  • Adlerweg Etappe 23
  • Adlerweg Etappe 24 - St. Anton
  • Adlerweg Etappe 24 - St. Christoph
  • Adlerweg Etappe 24 - Lech
Parzinnspitze, Eagle Walk Lechtal Alps, Austria

Ankunfstag in Elmen, Lechtal, Tirol

Anreise nach Elmen

Elmen erreichst du am einfachsten via München oder via Innsbruck. 

Von München nimmst du am besten einen Zug nach Reutte in Tirol. Hier steigst du in den Bus 110 um, der dich nach Elmen bringt. Die gesamte Fahrt ab München dauert etwa 3:30 Stunden.

Buche dein Zugticket nach Reutte in Tirol.

Ab Innsbruck bringt dich ein Bus entweder über Nassereith oder Reutte in Tirol nach Elmen. Eine andere Möglichkeit ist die  Anfahrt über Lech am Arlberg in Vorarlberg. Die Fahrt dauert in beiden Fällen rund 3:30 Stunden.


Übernachtung in Elmen

Die LechZeit ist ein stylisches, alpin-modernes Hotel und Restaurant im Naturpark Tiroler Lech. Durch den Millennial-Vibe sind die Zimmer von raffinierten und funktionalen Minimalismus-Design geprägt, was uns sehr angesprochen hat. Die Zimmer blicken entweder auf das von den Lechtaler Alpen eingerahmte Lechtal, oder auf den angrenzenden besinnlichen Wald.

Das hoteleigene Restaurant ist ein sehr beliebter Ort im Lechtal. Es werden üppige und traditionelle Tiroler Gerichte serviert, die dazu verleiten, zu viel zu essen. Wir haben unseren Aufenthalt sehr genossen und hoffen, bald wieder zu kommen.

Buche deinen Aufenthalt in der LechZeit.

Finde eine Unterkunft in Elmen.


Gepäcktransport

Um den Transport unseres überschüssigen Gepäcks von Elmen nach Lech am Arlberg hat sich die Firma Feuerstein für uns gekümmert.

 
Unterer Parzinnsee, Lechtal Alps, Eagle Walk Trek, Austria

Adlerweg (Lechtaler Alpen) Wegbeschreibung

Tag 1: Adlerweg Lechtaler Alpen

Etappe 19

Anreise zum Ausgangspunkt nach Boden

Nimm das Linientaxi vom Gemeindeamt Elmen nach Boden (20 Minuten), das donnerstags bis sonntags verkehrt. Der Shuttle fährt allerdings nur einmal am späten Vormittag und zweimal am Nachmittag. Der Shuttle Transfer ist mit der Lechtal Aktiv Card inkludiert, welche du bei deinem Aufenthalt in der LechZeit kostenlos erhältst.

Wenn du die Wanderung an einem Montag, Dienstag oder Mittwoch startest, musst du deine Anreise nach Boden selbst organisieren. Wende dich an Klugi’s Shuttle Service +43 (0) 676 557 80 18 (oder: + 43 (0) 5635 554), oder bitte das LechZeit Personal, den Transfer für dich zu organisieren.


Etappe 19: Boden – Hanauer Hütte

  • Distanz: 5,4 km
  • Schwierigkeit: Leicht – Mittel
  • Min. Höhe: 1348 m
  • Max. Höhe: 1921 m
  • Anstieg gesamt: 579 m
  • Abstieg gesamt: 9 m
  • Benötigte Zeit: 2:00 – 2:30 Stunden

Die 19. Etappe des Adlerweg beginnt eigentlich bei der Ansbacher Hütte. Wir starten allerdings auf halber Strecke in Boden.

In Boden angekommen folge zunächst der Beschilderung zur Hanauer Hütte (2:30 Stunden). Nachdem du die Brücke über den Fundaisbach überquert hast, folgst du der Straße bis zu einem Parkplatz. Überquere im Anschluss eine weitere Brücke und folge dem Weg links hinauf ins Tal. Du wanderst parallel zum Gstreinbach.

Während du dem breiten Schotterweg durch das Tal folgst, schlenderst du durch grüne Wälder. Lausche den Vögeln und genieße das flache Gehen.

Nach 3,4 km endet der breite Weg an der Talstation der Materialseilbahn der Hanauer Hütte. Nun beginnt der „Wanderweg“. Du legst in relativ kurzer Zeit 390 Höhenmeter zurück, bis du die Hanauer Hütte erreichst. 


Übernachte in der Hanauer Hütte

  • Duschen: 4 EUR für 3 Minuten, Münzbetrieb. Duschen ab 16 Uhr möglich.
  • Trinkwasser: Das Leitungswasser der Hütte ist trinkbar.
  • Steckdosen: Im Speisesaal und in den Schlafzimmern
  • Bezahlung: Nur Bargeld
  • Essen: Okay
  • Halbpension oder à la carte: Beides möglich. Wir empfehlen À la carte.
  • Zimmer: Matratzenlager, Mehrbettzimmer, Zwei-Bett-Zimmer.

Bein unserer Online Reservierung haben wir die Halbpension mitgebucht. Beim Einchecken erkundigten wir uns nach den Optionen für die Halbpension, denn typischerweise kann man zwischen 2-3 verschiedenen Gerichten wählen.

Eine Mitarbeiterin antwortete, ohne zu Scherzen: „Ihr bekommt den Müll, den der Koch vom Boden zusammenkehrt, und dann zu einem Essen vermischt“. Der andere Mitarbeiter, der neben seiner Kollegin stand, erwiderte daraufhin nur, dass er nicht wüsste, was es heute Abend zu essen gibt. 

Kurz vor dem Abendessen fragten wir einen anderen Kellner, was das Halbpensionsmenü sei. Auch er meinte, dass er dies nicht wüsste. Nur, dass es „was Gutes“ sei. Was soll ich sagen, das „Service“ in dieser Hütte lies definitiv zu wünschen übrig.

Die meisten Hütten geben dir zeitgerecht bekannt, welche Halbpensions-Optionen du hast. Aus irgendeinem Grund war das in dieser Hütte anders. Wenn du dich für À la carte entscheidest, weißt du aber wenigstens, was dir abends serviert wird. 

Abgesehen von diesen unangenehmen Erlebnissen, mochten wir die Lage und unser Zimmer der Hanauer Hütte sehr. Von der Außenterrasse hast du freie Sicht auf die Dremelspitze, die Parzinnspitze, die Plattigspitze und die Schlenkerspitze.

 
Zams Valley, Lechtal Alps, Tirol, Eagle Walk, Austria

Tag 2: Adlerweg Lechtaler Alpen

Etappe 20

Etappe 20: Hanauer Hütte – Östliche Dremelscharte – Steinseehütte – Württemberger Haus

  • Distanz: 10,4 km
  • Schwierigkeit: Schwierig 
  • Min. Höhe: 1897 m
  • Max. Höhe: 2444 m
  • Anstieg gesamt: 1260 m
  • Abstieg gesamt: 942 m
  • Benötigte Zeit: 7 Stunden
  • Option fürs Mittagessen: Steinseehütte

Alternative Etappe 20: Hanauer Hütte – Unterer Parzinnsee – Gufelseejoch – Gufelsee – Bitterichsee – Bitterscharte – Württemberger Haus

  • Distanz: 8,9 km
  • Schwierigkeit: Mittel. Der einzige schwierige Teil dieser Wanderung ist der Aufstieg zur Bitterscharte. Es ist steil und das letzte Stück ist fast senkrecht, aber zum Glück ist es seilversichert.
  • Min. Höhe: 1912 m
  • Max. Höhe: 2547 m
  • Anstieg gesamt: 1052 m
  • Abstieg gesamt: 749 m
  • Benötigte Zeit: 6 Stunden
  • Option fürs Mittagessen: Keine. Pack dir eine Jause ein, oder bestell dir am Vorabend in der Hanauer Hütte ein Lunchpaket.

Wir haben uns für die alternative Route über den Bitterichsee entschieden, da der Wetterbericht Regen und Gewitter vorausgesagt hat. Wir fanden diese Route wirklich atemberaubend. Da sie weniger oft begangen wird, hast du eine große Chance, hier umherstreifende Gämsen und Steinböcke anzutreffen. 

Von der Hanauer Hütte folgst du der Beschilderung zum Württemberger Haus in Richtung Gufelseejoch. Dieser wunderschöne Weg führt durch ein alpines Paradies, in dem unter anderem gelber Wundklee, fuchsienfarbene Alpenrosen und violette Fingerhüte blühen.

Nach der hölzernen Parzinnalm (Hütte) wanderst du weiter bergauf zum Unteren Parzinnsee, einem kleinen, fast ausgetrockneten See unterhalb der Parzinnspitze.

Der Weg führt weiter hinauf und biegt bald nach links zum Gufelseejoch ab. Du wanderst nun schräg über einen Hang. Verwinkelte Haarnadeln und ein Stahlseil führen dich zum Gufelseejoch, dem Sattel zwischen der Parzinnspitze und der Kogelseespitze.

Von der Scharte hast du einen tollen Ausblick auf den Gufelsee direkt unter dir. Steige den lehmigen Weg (bei Nässe sehr rutschig) zum See ab.

Nachdem du den See hinter dir gelassen hast, wanderst du – begleitet von rennenden und pfeifenden Murmeltieren – langsam über grasbewachsene Hänge bergab.

Der Weg flacht schließlich ab und du überquerst eine Wiese sowie einen Bach. Anschließend folgst einem Balkonweg rund um den Vorderen Gufelkopf oberhalb des Glabtals.

Bei der folgenden Kreuzung biegst du rechts ab in Richtung “Württemberger Haus über Bitterscharte” (ausgeschildert 3 Stunden). Du siehst nun den Otterbach und ein Tal, das zum Dorf Gramais führt. Nun beginnt der Weg in Richtung Bitterichsee anzusteigen. Zu deiner Linken siehst du die kleine, unbewirtschaftete Gufelhütte.

Im Juli war der Bitterichsee mit Wundklee gesäumt. Die Umgebung rund um den See sah aus wie ein leuchtend gelber Teppich. Wir machten hier eine lange Pause, tauchten unsere Füße ins Wasser und genossen die Einsamkeit.

Vom See ausgehend überquerst du zunächst den Otterbach, da der Weg auf der rechten Seite des Sees weitergeht. Wir fanden keine gute Querungsstelle, also zogen wir unsere Schuhe (wieder) aus und überquerten ihn mit unseren Crocs.

Du wanderst stetig bergauf, die Aussicht auf den Bitterichsee wird immer besser. Wenn du Glück hast, triffst du hier auf einige Steinböcke. 

Der Weg biegt schließlich links in den Stuttgarter Weg ein und führt dich steil einen Geröllhang hinauf. Das letzte Stück zur Scharte ist mit Stahlseilen gesichert. Du wirst beide Hände und einigen Kraftaufwand benötigen, um diesen sehr steilen Abschnitt zu bewältigen.

Sobald du die Bitterscharte erreichst, wandere bergab in Richtung Württemberger Haus. Glücklicherweise ist diese Seite der Bitterscharte weniger steil. Der schwierigste Teil liegt nun hinter dir.

Während du bergab gehst, wird dir der Ausblick auf den See mit den hohen Berggipfel im Hintergrund (Östliche Spiessrutenspitze, Westliche Spiessrutenspitze, Plankenspitze) den Atem rauben. Wir wollten hier eigentlich eine Pause einlegen, unser Abstieg wurde jedoch durch einen unfreundlichen Hagelsturm beschleunigt.

Bald vereint sich der Weg mit dem von der Steinseehütte. Dann sind es noch 0,5 Kilometer (130 m Abstieg) bis zur Hütte.


Übernachte im Württemberger Haus

  • Duschen: Keine warmen Duschen. Draußen gibt es eine kalte Dusche.
  • Trinkwasser: Das Leitungswasser der Hütte ist trinkbar.
  • Steckdosen: Begrenzte Anzahl an Steckdosen in der Hütte. 
  • Bezahlung: Nur Bargeld.
  • Essen: AUSGEZEICHNET
  • Halbpension oder à la carte: Beide Optionen sind verfügbar. Du kannst dich bei deiner Ankunft (bis 17 Uhr) entscheiden, was du zu Abend essen möchtest.
  • Zimmer: Mehrbettzimmer und Matratzenlager

Mit Blick auf die fernen Ötztaler Alpen und ist das Württemberger Haus eine der romantischsten Hütten der Lechtaler Alpen. Sie thront hoch über dem Talort Zams. Diese Hütte ist äußerst gemütlich, warm und absolut charmant. Das Württemberger Haus ist eine eher kleinere Hütte, daher sind die Schlafplätze etwas enger als gewöhnlich.

Wir haben uns grundsätzlich im Württemberger Haus sehr wohlgefühlt. Das Hüttenteam kreiert eine stressfreie Umgebung – es gibt keine 1000 Regeln, an die man sich halten muss. Auch das Essen ist hervorragend und wird in großzügigen Portionen serviert.

Unsere positiven Erlebnisse wurden leider auch hier getrübt. Nachdem wir der Hüttenwirtin erklärten, dass wir auch einen Wanderbericht auf Englisch verfassen werden, meinte sie, kein Interesse an englischsprachigen Gästen zu haben. Diese sollen bitte vor ihrem Eintreffen in der Hütte einen Deutschkurs absolvieren. Na bumm. 

 
Unterer Seewisee, Lechtal Alps, Tirol, Eagle Walk

Tag 3: Adlerweg Lechtaler Alpen

Etappe 21

Etappe 21: Württemberger Haus – Grossbergspitze – Grossbergkopf – Grossbergjoch – Seescharte – Unterer Seewisee –  Memminger Hütte

  • Distanz: 7 km
  • Schwierigkeit: Schwierig 
  • Min. Höhe: 2200 m
  • Max. Höhe: 2620 m
  • Anstieg gesamt: 670 m
  • Abstieg gesamt: 650 m
  • Benötigte Zeit: 5 Stunden
  • Option fürs Mittagessen: Keine. Organisier dir ein Lunchpaket im Württemberger Haus oder iss deine mitgebrachte Jause unterwegs.

Die 21. Etappe des Adlerwegs macht sehr viel Spaß, ist aber auch ziemlich anspruchsvoll. Sie erfordert nämlich einen heiklen Aufstieg entlang einer langgezogenen Kammlinie. Heute wanderst du im Wahrsten Sinne des Wortes auf einem Höhenweg. Du tanzt praktisch in den Wolken.

Vom Württemberger Haus folge zunächst den Wegweisern in Richtung Östliche Spiessrutenspitze. Bis du einen Geröllhang erreichst, führt der Weg sanft ansteigend über grasbewachsene Hänge bergauf.

Nun wird’s zunehmend steiler, du windest dich in schmalen Kehren bergauf, bis du nur noch geradeaus zu einer Felswand hoch „kletterst“. Die Wadln werden höllisch brennen. 

Weniger steil als zuvor geht’s danach weiter über langgezogene Serpentinen bergauf. Einige Eisensprossen und ein Seil helfen dir beim Aufstieg. Nun folgst du einen aussichtsreichen Pfad zum Grat.

Vom Grat kletterst du weiter hinauf zur Großbergspitze. Mach hier eine wohlverdiente Pause und genieß den Ausblick.

Nach der Großbergspitze wird der Weg technisch schwieriger. Es gibt einige knifflige, schmale Stellen, die deine volle Aufmerksamkeit erfordern. Folge nun dem Gipfelgrat zum Großbergkopf. Es fühlt sich an, als würdest du entlang der Wirbelsäule des Berges laufen.

Ein Teil der Route ist seilversichert, jedoch nicht komplett.

Sobald du den Großbergkopf erreichst, führt der Weg auf der linken Seite des Grats weiter. Nun beginnst du mit dem Abstieg.

Der Weg flacht ab und du überquerst Gras- und Geröllhänge. Endlich mal wieder einfach und schmerzlos. Sobald du eine Wegkreuzung erreichst, siehst du die Memminger Hütte mit 2 Stunden ausgeschildert. Die andere Richtung führt dich hinunter ins Tal nach Zams.

Wandere weiter bergauf bis zur sehr engen Seescharte. Nachdem du dich durch den Spalt hindurchgezwängt hast, kannst du in der Ferne bereits mehrere Bergseen sowie die Memminger Hütte erkennen. 

Der Absteig von der Seescharte ist zunächst gesichert. Nachdem du diese Passagen sicher gemeistert hast, gehst du weiter steil hinunter über Geröll, Schutt und erdigen Boden. Der Weg folgt dem Seewissebach. Du wanderst nun quasi eine kleine Schlucht hinunter.

Es ist eine große Erleichterung, wenn du schließlich den Talboden erreichst. Du erkennst nun auch schon die Wiesen rund um den Unteren Seewisee. Der Weg teilt sich. Du kannst die Memminger Hütte in beide Richtungen um den See erreichen.

Wir wählten den rechten Weg und fanden ein ruhiges Plätzchen für eine längere Pause. Die Memminger Hütte ist dann nur noch ein paar Minuten entfernt.


Optionale Gipfelwanderung: Seekogel (2412 m)

  • Distanz: 790 m (einfache Strecke)
  • Schwierigkeit: Mittel
  • Höhenunterschied: 170 m Auf-/Abstieg 
  • Benötigte Zeit: 30 Minuten einfache Strecke (1 Stunde hin und zurück)

Von der Memminger Hütte kannst du zum Seekogel wandern, dem Gipfel, den du von der Hütte aus siehst. Wir sind am späten Nachmittag zum Seekogel gewandert, nachdem wir in der Hütte Kaffee und Kuchen gegessen hatten.


Übernachte in der Memminger Hütte

  • Duschen: 4 EUR für 3 Minuten, Münzbetrieb
  • Trinkwasser: Das Leitungswasser der Hütte ist trinkbar.
  • Steckdosen: Speisesaal, begrenzte Steckdosen in den Zimmern
  • Bezahlung: Nur Bargeld
  • Essen: Sehr gut
  • Halbpension oder à la carte: Beides möglich
  • Zimmer: Matratzenlager, Mehrbett-Zimmer

Die Memminger Hütte liegt in einer “Schüssel”, die von herrlichen Gipfeln umgeben ist. Es ist wirklich traumhaft schön hier!

Bei der Memminger Hütte kreuzen sich der E4, der E5, der Lechtaler Höhenweg und eben auch der Adlerweg. Der E5 (Alpenüberquerung: Oberstdorf – Meran) ist im Grunde der „Jakobsweg der Alpen“ und sehr beliebt bei unseren deutschen Nachbarn. Du wirst hier also nicht alleine sein. 

Die Memminger Hütte wirkt aufgrund ihrer Größe sehr unpersönlich und wie eine „Massenabfertigung“. Das Personal macht allerdings einen ausgezeichneten Job. Wir haben nie lange gewartet, um Essen oder Getränke zu bestellen. 

Leider gab es auch in dieser Hütte wieder Probleme. Schön langsam entwickelt sich diese Wanderung zu einem echten Hütten(wirt)-Desaster. Diesmal gab es wegen unseres Frühstücks ein Missverständnis. Uns wurde defacto die Ausgabe des Frühstücks verweigert. 

Durch das aggressive und respektlose Verhalten des Hüttenwirts (Andy Schmidt) eskalierte die Situation. Er meinte, er würde uns gerne eine „Watschn einehaun“. Die übrigen Hüttenmitarbeiter*innen waren über sein Verhalten ziemlich beschämt.

Nach langem Hin- und Her entschuldigte er sich schließlich persönlich bei uns. Wir waren zu dem Zeitpunkt nicht nur vom Wandern, sondern auch wegen unseren Hüttenwirt-Interaktionen ziemlich am Ende. 

 
Lechtal Alps, Tirol, Austria

Tag 4: Adlerweg Lechtaler Alpen

Etappe 22

Etappe 22: Memminger Hütte – Griesslscharte – Winterjoch – Kopfscharte – Ansbacher Hütte

  • Distanz: 9,6 km
  • Schwierigkeit: Schwierig 
  • Min. Höhe: 1740 m
  • Max. Höhe: 2620 m
  • Anstieg gesamt: 1040 m
  • Abstieg gesamt: 900 m
  • Benötigte Zeit: 6 Stunden
  • Option fürs Mittagessen: Keine. Organisier dir ein Lunchpaket in der Memminger Hütte oder iss deine mitgebrachte Jause unterwegs.

Von der Memminger Hütte steigt der Weg links auf einem lehmigen Pfad über abschüssiges Gelände in Richtung Parseiertal ab. Nach einer Wasserdurchquerung verengt sich der Weg und ist ab hier für einige Zeit seilversichert. Danach folgst dem schmalen Weg und überquerst weitere Bäche, bis du schließlich den Parseierbach erreichst.

Beim Parseierbach beginnt der 910 Meter lange Aufstieg zur Griesslscharte. Der Weg steigt durch ein Wäldchen langsam an. Du wanderst nun in Richtung einer kleinen privaten Hütte, die in den Felsen darüber eingekeilt ist. Bevor du die Hütte erreichst, biegt der Weg scharf nach links ab. Nun geht’s weiter über grasbewachsene Hänge bis du das Langkar erreichst.

Der einfache Abschnitt dieser Etappe liegt nun hinter dir. Auf der rechten Seite des Kars führt der Weg weiter geradeaus bergauf. Es ist ein unbarmherziger Aufstieg, besonders an heißen Tagen. Der Weg quert schließlich das mit Geröll gefüllte Kar über ein Schneefeld und bringt dich zum Beginn einer gesicherten Passage. Die Seile helfen dir, die Scharte zu erreichen.

Geschafft! Sobald du die Griesslscharte erklommen hast, feiere dich und deinen schönen, gesunden Körper!!! Wir waren super happy und fühlten uns extrem stark.

Von der Griesslscharte sind es noch 3,4 km bis zur Ansbacher Hütte. Diese sind allerdings verhältnismäßig einfach zu meistern.

Du steigst zunächst über Geröllgelände in eine „Schüssel“ ab, in der sich bis zum Spätsommer noch Altschnee befindet. Die Aussicht auf die Berge ist atemberaubend. Farben prallen aufeinander und die Gipfel sehen aus, als würden sie gleichzeitig schmelzen und erstarren.

Vom Winterjoch wanderst du waagerecht über Geröllhänge hinterhalb des Stierkopfs, bis du deinen für heute letzten Anstieg zur Kopfscharte beginnst. Nach diesem letzten Anstieg wanderst du auf einem Plateau und auf einem weichen, grasigen, himmlischen Weg zur Ansbacher Hütte.

Das Ende dieser Etappe wird von den grandiosen Ausblicken auf den Verwall und auf das Stanzer Tal begleitet. Du kannst auch den Ort Flirsch unterhalb erkennen, der von zwei beeindruckenden Bergketten umschlossen wird. Wenn du dem Balkonweg zur Hütte folgst, wirst du wahrscheinlich auf grasende Schafe treffen.


Übernachte in der Ansbacher Hütte

  • Duschen: 1 EUR für 1 Minute, 1 EUR mit Münzeinwurf
  • Trinkwasser: Das Leitungswasser der Hütte ist trinkbar.
  • Steckdosen: Nur vereinzelt verfügbar.
  • Bezahlung: Nur Bargeld
  • Essen: Sehr gut
  • Halbpension oder à la carte: Beides möglich. Wir hatten das Halbpensionsmenü und es war ausgezeichnet.
  • Zimmer: Zweibett-Zimmer, Mehrbettzimmer und Matratzenlager

Diese traditionelle Hütte kombiniert köstliches Essen mit einer fantastischen Aussicht.

Wir hätten diese Hütte mit 5 Sternen bewertet, hätten wir nicht neuerlich schlechte Erfahrungen hier gemacht (unglaublich, oder?):

Da unsere Hüttenkosten von der Tirol Werbung bezahlt wurden, hatten wir in den Hütten keine Rechnungen zu bezahlen. Sobald Gäste für ihren Aufenthalt am Vorabend bezahlen, erhalten sie ein „Frühstücksticket“. Dieses müssen sie vorlegen, um das Frühstück zu erhalten. Da wir nicht bezahlt haben, bekamen wir auch kein Frühstücksticket.

Als wir am nächsten Morgen zum Frühstück runterkamen, weigerte sich der Vater des Hüttenwirts (ein Mann in den 70ern), uns das Frühstück zu servieren.

Obwohl ihm bekannt war, dass wir mit/von Tirol Werbung aus hier sind, verweigerte er uns das Frühstück und demütigte uns vor allen anderen Gästen. 

Ist er homophob, rassistisch, oder beides?

 
Hintersee, Eagle Walk Stage 23

Tag 5: Adlerweg Lechtaler Alpen

Etappe 23

Etappe 23: Ansbacher Hütte – Flarschjoch – Alperschonjoch – Hinterseejoch – Kridlonscharte – Kaiserjochhaus – Leutkircher Hütte

  • Distanz: 12,4 km
  • Schwierigkeit: Schwierig 
  • Min. Höhe: 2249 m
  • Max. Höhe: 2587 m
  • Anstieg gesamt: 950 m
  • Abstieg gesamt: 1069 m
  • Benötigte Zeit: 7 Stunden
  • Option fürs Mittagessen: Kaiserjochhaus. Allerdings wirst du unterwegs eine Stärkung benötigen, denn von der Ansbacher Hütte benötigst du gut 5 Stunden zum Kaiserjochhaus.

Ansbacher Hütte zum Kaiserjochhaus (5 Stunden)

Die 23. Etappe des Adlerwegs ist ein wahres Biest. Wir fanden sie noch etwas anspruchsvoller als die beiden vorherigen Tage, da Teile des Weges von Muren/Lawinen ausgewaschen waren.

Wandere zunächst ca. 700 Meter zurück zur letzten Kreuzung, die du bereits gestern passiert hast. Halte dich hier links in Richtung Flarschjoch.

Der Abstieg vom Flarschjoch führt durch die karge Felslandschaft der Knappenböden. Weiter geht es über Geröllhänge zum Alperschonjoch.

Der nächste Abschnitt erfordert ein wenig Geduld, denn du kletterst über 19 gesicherte Abschnitte, die an der schroffen Südseite der Vorderseespitze vorbeiführen.

Es ist zwar keine spezielle Ausrüstung notwendig, aber wir waren sehr froh, unsere Kletterhandschuhe dabei zu haben. Dieser Weg ist auch unter dem Namen Haas-Weg bekannt. Er ist nicht außergewöhnlich schwierig, aber lang (1 Stunde). 

Sobald du den Vordersee erreichst (oberhalb des Sees, nicht direkt am See), beginnst du allmählich mit dem 200 Meter Aufstieg Richtung Hinterseejoch. Das letzte Stück zum Joch führt über Serpentinen hinauf und ist sehr steil.

Vom Hinterseejoch erhältst du tolle Ausblicke auf den Hintersee. Der anfängliche Abstieg ist aufgrund des abfallenden, erdig-steinigen Geländes etwas rutschig.

Der Weg schmiegt sich dann in einer sanften Diagonale an den felsigen Berghang, der zur Kridlonscharte hinaufführt. Dieser Teil ist ziemlich schwierig, weil die Schneeschmelze den Weg zerfurcht hat. An manchen Stellen ist er so schmal, dass du kaum weiß, wohin du deinen Fuß hinsetzen sollst. Außerdem kannst du dich nirgends festhalten.

Sobald du dich der Kridlonscharte näherst, wanderst du über zerklüftetes und ausgesetztes Gelände, das mit Seilen gesichert ist. Um den Pass zu erreichen, kletterst du einen Kamin hinauf, der ebenfalls seilversichert ist.

Auf der anderen Seite der Scharte flacht der Weg wieder ab. Du folgst einem Balkonweg über erdiges Terrain und Geröll. Unten im Tal siehst du den Ort Pettneu am Arlberg. Wenn du nach oben blickst erkennst du die Kridlonspitze.

Auf einem schmalen Pfad, der über viel Geröll und einen steilen, ausgesetzten Hang führt (ähnlich wie bei der Vorderseespitze) erreichst du das Kaiserjochhaus. Es ist anspruchsvoll und nervenaufreibend, aber du hast es fast geschafft. Die Kraxelei hat bald ein Ende!

Sobald du den Sattel zwischen Malatschkopf und Griesskopf erreichst, bist du schon beinahe am Kaiserjochhaus angelangt.

Eine Übernachtung im Kaiserjochhaus ist definitiv eine Option für die heutige Etappe.

Nach etwas Kuchen, Kaffee  Johannisbeersaft gespritzt, (inkl. freundlicher Bedienung!) ging es weiter zur Leutkircher Hütte (2 Stunden). Zum Glück sind die nächsten zwei Stunden relativ einfach.


Kaiserjochhaus zum Leutkircher Hütte (2 Stunden)

Vom Kaiserjochhaus wanderst du zunächst hinauf zum grasbewachsenen Gipfel des Kaiserkopfs. Du steigst anschließend gleich wieder ab und querst waagerecht die Hänge des Bergleskopfes.

Wandere bergauf in Richtung Schindelescharte, dem Sattel zwischen Schindlekopf und Bergleskopf. Am Sattel ist die Leutkircher Hütte in 1:15 Std. ausgeschildert.

Du steigst weiter ab und querst die grasigen Hänge des Bergleskopfes, bis du eine grüne Mulde am Fuße des hübschen Stanskogels erreichst.

Mit Blick auf der Verwall zu deiner Linken, folgst du dem schönen und leichten Wanderweg durch saftige Wiesen und Weiden.

Den Berg umrundend, erkennst du unterhalb bereits die Leutkircher Hütte und ein Ensemble aus zerklüfteten Gipfeln. Es geht noch kurz bergab, bevor du die Hütte erreichst. 


Übernachte in der Leutkircher Hütte

  • Duschen: 3 EUR für 3 Minuten, Münzbetrieb
  • Trinkwasser: Das Leitungswasser der Hütte ist trinkbar.
  • Steckdosen: Im Speisesaal (verfügbar bis 22 Uhr)
  • Bezahlung: Nur Bargeld
  • Essen: Sehr gut
  • Halbpension oder à la carte: Beides möglich. Du kannst dich bis 17 Uhr entscheiden.
  • Zimmer: Zweibett-Zimmer und Mehrbettzimmer

Diese 108 Jahre alte Berghütte ist so, wie jede Berghütte sein sollte: freundlich, warm, einladend und überaus charmant. Meinhard Egger bewirtschaftet die Hütte seit 30 Jahren und er beantwortet gerne all deine Fragen. Wir haben unseren Aufenthalt hier sehr genossen und können es kaum erwarten, wiederzukommen.

Eine willkommene Überraschung und gelungener Abschluss für unsere an diesem Zeitpunkt doch schon sehr strapazierten Nerven.

 
Leutkircher Hütte, Lechtal Alps, Austria

Tag 6: Adlerweg Lechtaler Alpen

Etappe 24

Etappe 24: Leutkircher Hütte – Ulmer Hütte – Galzig – Maiensee – St. Christoph am Arlberg

  • Distanz: 12,3 km
  • Schwierigkeit: Schwierig 
  • Min. Höhe: 1769 m
  • Max. Höhe: 2550 m
  • Anstieg gesamt: 539 m
  • Abstieg gesamt: 1026 m
  • Benötigte Zeit: 5 Stunden
  • Option fürs Mittagessen: Ulmer Hütte

Auch die letzte (offizielle) Etappe des Adlerwegs ist nicht gerade einfach. Sie enthält einen zermürbenden Abschnitt, der Trittsicherheit, Kraxelei und Felsumarmungen (darf man das so nennen?) erfordert.

Nach einem einfachen Start teilt sich der Weg. Halte dich links und nimm den unteren Höhenweg. Nach ca. 1 km teilt sich der Weg erneut. Folge den Schildern zur Ulmer Hütte (schwarz) auf dem Weg Nr. 601 und wähle den rechten Weg.

Nach einigen steilen Serpentinen ist es an der Zeit, sich mit den hiesigen Felsen vertraut zu machen. Der Weg ist ein wenig brutal, mit ausgewaschenen Abschnitten und abfallendem Gelände. Entlang der Route gibt es einige Seilversicherungen.

Der Weg wird schließlich einfacher und du wanderst über einen Geröllhang und einen felsigen Ausläufer (nicht schwierig) zum Mattunjoch Col.

Vom Joch beginnt der „hässliche Teil“ durch das Arlberg Skigebiet. Folge dem Weg zum Valfagehrjoch und der Beschilderung zur Ulmer Hütte. Wir blieben auf der Straße – der Wanderweg erschien uns sinnlos – und wanderten hinunter zur Hütte.

Nach dem Mittagessen in der Ulmer Hütte führt der Weg nach links in Richtung Galzig, steigt entlang eines Baches ab und passiert vorher noch einen Spielplatz. Nimm den „Panoramaweg“ Richtung Galzig, oder folge der Straße (einfacher).

Von der Bergstation der Vallugabahn / Galzigbahn (hier gibt es ein Café) folge dem „Maienweg“ zum Maiensee. Durch Latschenkiefern geht es bergab bis zum See. Vom Mariensee ist es nur noch ein kurzer Spaziergang nach St. Christoph am Arlberg.


Wie du wahrscheinlich schon gemerkt hast, haben wir die letzte Etappe des Adlerweg nicht sehr gemocht. Nach einigen schroffen, ausgesetzten Kletterpassagen führt der Abstieg durch das Skigebiet St. Anton am Arlberg hinunter, welches im Sommer nicht gerade eine Augenweide ist.

Das Landschaftsbild wurde von der Ski-Infrastruktur komplett zerstört. Das war nicht exakt das, was wir uns für den Abschluss des sonst landschaftlich traumhaften Adlerwegs vorgestellt haben. Natürlich macht es Sinn, dass der Adlerweg in Tirol (St. Christoph am Arlberg, dem westlichsten Ort Tirols) endet. Wir denken jedoch, dass dies nicht die beste Wahl ist.

Wir empfehlen von der Leutkircher Hütte zur Stuttgarter Hütte zu wandern und dort zu übernachten. Am nächsten Tag endest du die Wanderung in Lech am Arlberg in Vorarlberg. Eine andere Möglichkeit ist, direkt von der Leutkircher Hütte in 2:30 Stunden ins Tal nach St. Anton abzusteigen. Beide Möglichkeiten sind in der Karte eingezeichnet. 


Übernachte in Lech am Arlberg oder St. Anton am Arlberg

St. Christoph am Arlberg ist im Sommer eine Geisterstadt. Wir empfehlen, entweder mit dem Bus / Taxi nach St. Anton am Arlberg in Tirol oder nach Lech am Arlberg in Vorarlberg zu fahren. Dort kannst du dich erstmal in einem Hotel von den vergangenen Strapazen erholen, bevor du die Heimreise antrittst.

In unserem Lech Wanderführer findest du weitere Informationen für deinen Aufenthalt in einem der schönsten alpinen Dörfer Österreichs.

Budget | Das Lech Hostel ist eine preisgünstige Unterkunft in Lech am Arlberg und bietet saubere und gemütliche Einzel-, Doppel- und Dreibettzimmer. Du hast Zugang zu einer Gemeinschaftsküche und einem Gemeinschaftsraum. Auch die Bäder werden gemeinsam genutzt. Der Zimmerpreis ist unschlagbar.

Mittelklasse | Das Hotel Garni Schneider ist eine preisgünstige Frühstückspension, die direkt neben der Rüfikopfbahn im Zentrum von Lech liegt. Die Zimmer sind modern gestaltet, sauber und komfortabel. Du hast außerdem Zugang zu einem Wellnessbereich (finnische Sauna, Dampfbad, Kneippbecken und Ruheraum) und kannst den kostenlosen Privatparkplatz nutzen.

Luxus | Wir haben im Hotel Gotthard in Lech übernachtet. Für uns war es der perfekte Abschluss nach einer so langen und anstrengenden Hüttenwanderung. Das familiengeführte Hotel liegt mitten im Ortskern von Lech. Der hoteleigene Wellness- und Spabereich hat unsere Körper mit der notwendigen Entspannung versorgt. Die Kulinarik in der Stube Gotthard ist wirklich ausgezeichnet. Vergiss nicht, das exzellente Hausbier OMES zu probieren, welches direkt im Hotel gebraut wird.

Buche deine Unterkunft in Lech am Arlberg.

 
Verwall Mountains from the Lechtal Alps, Austria

Wandern in den Alpen

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Adlerweg Lechtaler Alpen Wanderführer
@moonhoneytravelers
  • The best places to hike in Fall:

1. Tramuntana Mountains, Mallorca

2. Algarve Coast, Portugal

3. Costa Vicentina, Portugal - check out the Fisherman’s Trail

4. Dolomites, Italy - though it can always snow and the weather is unpredictable. 

5. Cornwall, England.

What are your favorite fall hiking destinations?

📍Valldemossa, Mallorca
  • Back in January, we traveled to Gran Canaria, the third largest island in the Canary Islands.

Because most visitors choose a single base for their trip to Gran Canaria, there isn’t a lot of helpful information out there about where to stay and how to plan a road trip. 

Of all the trips we’ve planned, this was the most difficult.

Luckily, we had three weeks to properly explore the island’s trails, towns, and roads.

We just published an excellent 7-Day road trip itinerary which connects the best hikes, beaches and villages across Gran Canaria. 

We know it’s early, but if you’re looking for a winter sun destination (late November - late March) with lots of hiking opportunities, check out our itinerary:

https://www.moonhoneytravel.com/gran-canaria-road-trip-itinerary/

Link in stories too.

📍Tejeda, Gran Canaria
  • Hiking through a Canary Island Pine forest in Tamadaba Natural Park. 

📍Gran Canaria
  • How to Spend 1 Week in Mallorca:

Day 1: Arrive in Mallorca, Sant Elm, La Trapa Ruins

Day 2: Valldemossa, Deià, Sóller, Port de Sóller

Day 3: Tramuntana Mountains Hike: Cornador Gran, Tossals Verds Circuit, or Puig de l‘Ofre

Day 4: Sa Calobra, Formentor Peninsula, Cala Bóquer, Port de Pollença

Day 5: Talaia d’Alcúdia and Platja des Coll Baix

Day 6: Cala Figuera, Cala Llombards, Caló des Moro

Day 7: Cala Pi, Palma de Mallorca, Depart Mallorca

The day by day itinerary is on the blog:
https://www.moonhoneytravel.com/mallorca-road-trip-itinerary/

📍Caló des Moro
  • For years, the Faroe Islands seemed like a mythical archipelago, a destination you couldn’t simply fly to. How could such a wondrous, unspoiled place be real?

It’s real and it’s unbelievable.

The Faroe Islands is made up of 18 volcanic islands in the North Atlantic Ocean, between Norway and Iceland.

These finger-shaped, treeless islands are defined by sheer sea cliffs, sculpturesque sea stacks, cascading waterfalls, rugged mountains, and darling fishing villages.

And let’s not forget the turf-roofed houses and puffins.

It’s been a dream come true to visit and hike here.

If you have any questions about the Faroes, don’t hesitate to leave a comment a below. 

📍@visitfaroeislands
  • Descending from the summit of Mount Triglav, the highest mountain in Slovenia.

🥾Hiking Guide:
https://www.moonhoneytravel.com/europe/slovenia/climbing-mount-triglav-pokljuka/

📍Julian Alps